Implantate und Prothetik für den alternden Patienten
Anamnese
Ein 70-jähriger Patient stellte sich mit Beschwerden im rechten Unterkiefer vor. Eine ca. 30 Jahre alte Brücke zeigte erste Anzeichen eines Versagens. Diagnostiziert wurden eine mögliche apikale Ostitis sowie ein subkoronal zerstörter mesialer Brückenpfeiler 45 und ein druckdolenter Zahn 47.
Auf eine Augmentation sollte verzichtet werden. Stattdessen wurde entschieden, besonders schmale Implantate in den atrophierten Bereichen einzusetzen. Da für den Zahn 47 kein Antagonist vorhanden war, wurde hier auf einen Ersatz verzichtet.
Behandlung
Nach atraumatischer Extraktion des zerstörten Zahnes wurden zwei Implantate BioniQ® Plus inseriert: ein 12 mm langes Implantat mit Ø 2,9 mm in Regio 45 und ein weiteres mit Ø 3,5 mm in Regio 46. Beide Implantate wurden mit einer maschinierten Halspartie versehen, um periimplantären Plaqueanlagerungen vorzubeugen.
Nach einer offenen Einheilphase wurde die Implantatintegration mittels Resonanzfrequenzanalyse überprüft (ISQ-Wert über 70). Eine verschraubte Implantatprothetik wurde gewählt, um im Falle einer Schraubenlockerung eine einfache Revisionsmöglichkeit zu bieten.
Fazit
Die Behandlung zeigt, dass die durchmesserreduzierten Implantate BioniQ® auch bei älteren Patienten mit reduziertem Knochenangebot langfristig erfolgreich eingesetzt werden können. Durch die Wahl schmaler Implantate konnte eine Augmentation vermieden werden, während die verschraubte Prothetik eine einfache Wartung ermöglicht.
Dr. Volker Bonatz, M.Sc., M.Sc.
Volker Bonatz studierte Zahnmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und absolvierte seine Assistenzzeit in der Marinesanitätsstaffel Wilhelmshaven sowie in spezialisierten Praxen. Er absolvierte zwei Masterstudiengänge (M.Sc.) in Oraler Chirurgie/Implantologie und ästhetisch-rekonstruktiver Zahnheilkunde. Heute betreibt er eine privat orientierte Praxis in Landau mit den Schwerpunkten Implantologie und ästhetisch-funktionelle Behandlungen.




